Lebenslauf
Ich wurde am 02. Mai 1984 als zweites und jüngstes Kind meiner Eltern in der nordhessischen Provinz geboren. Meine Kindheit war von der ländlichen Umgebung geprägt. In unserem Dorf gab es ungefähr 350 Kühe und 300 Menschen, darunter aber auch ein Großteil meiner Familie. Sowohl die Eltern meines Vaters, als auch die meiner Mutter lebten dort. Ich hatte immer jemanden, wo ich hingehen konnte.
Bis zu meinem zehnten Lebensjahr verlief alles sehr behütet. Ich besuchte erst den Kindergarten im Nachbarort, später die dort ansässige Grundschule. In meiner Freizeit war ich viel in den Wäldern unterwegs, wir bauten Hütten und spielten in unserem "Labor" oder der "Schokoladenfabrik". Außerdem versuchte ich mich im Ballett, ging zur Musikschule und beschäftigte mich gerne kreativ.
Nach Beendigung der Grundschule wechselte ich auf das Gymnasium der nächstgrößeren Stadt. Für mich eröffneten sich neue Welten. Mein Heimatort samt Bewohner erschien mir zunehmend einfältig. Feuerwehr, Landfrauen- und Schützenvereine wirkten total beschränkt. Ich hatte von nun an Größeres vor. Ich fühlte mich von allen die irgendwie "anders" waren angezogen. Nach der siebten Klasse beschloss ich, dass für meine weitere Lebensplanung ein Abitur überflüssig war. Die Schüler der Realschule fand ich außerdem viel spannender. Alles absolut plausible Gründe meine Eltern dazu zu zwingen, mich von der Schule zu nehmen. Die nächsten zwei Jahre waren recht "aufregend". Sowohl für mich, aber sicher auch für meine Eltern, Lehrer und das gesamte Umfeld. Im Alter von vierzehn Jahren ließ ich mir keinerlei Vorschriften mehr machen. Die Schule besuchte ich nur unregelmäßig, die neunte Klasse musste ich wiederholen. Einige Fächer waren aufgrund fehlender Anwesenheit nicht bewertbar. Meine Eltern versuchten in dieser Zeit alles Mögliche, um mich "zur Vernunft zu bringen". Leider erfolglos.
Nachdem ich zwei Jahre aus meinem Alltag eine Party gemacht und viel ausprobiert hatte, fand ich mein Leben gar nicht mehr so aufregend. Meine bekifften Freunde hingen meist nur in Kellerwohnungen rum und wirkten zunehmend verwirrt. Ich wollte doch was erleben, wollte immer frei und unabhängig sein. Davon war nicht viel übrig geblieben. In der zehnten Klasse machte ich eine totale Kehrtwende, meine Noten wurden sehr gut und ich entschied mich noch einmal, auf ein Gymnasium zu wechseln. Ich lernte in der Oberstufe ganz neue Leute kennen und hatte eine aufregende und gute Zeit dort. Während dieser Zeit nahm ich an einem Austausch nach Amerika und Südafrika teil.
Nach dem Abitur ging ich an die Universität Kassel. Ich studierte Soziologie, Psychologie und Erziehungswissenschaft als Magisterstudiengang. Aufgrund einer schwierigen Lebenssituation brach ich das Studium nach wenigen Semestern ab. In Hamburg machte ich einen grundlegenden Neuanfang. Ich musste mein Leben überdenken und komplett umgestalten. Ich probierte mich aus, war viel unterwegs, habe sehr viel Sport gemacht, neue Kontakte geknüpft und jobbte mal hier und mal dort. Diese Zeit war für mich wichtig und lehrreich. Mir ist jetzt bewusst, was ich will und vor allem auch, was ich nicht mehr will. Ich landete wieder bei Mc Donald`s, dort hatte ich bereits während des Studiums in Kassel als Aushilfe gearbeitet. Eine Karriere als "burger-queen" schloss ich jedoch aus. Ich wollte unbedingt wieder studieren. Auch bei der Fächerkombination war ich mir sicher. In Kassel war ich an den Studieninhalten stets interessiert. Seit letztem Herbst studiere ich Soziologie und Pädagogik als Bachelor Studiengang an der Universität Kiel. Zum Glück. Das Studium macht mir Spaß und ich habe interessante Menschen kennengelernt. Meiner Berufung als "Frittentussi" gehe ich noch immer nach, jedoch nur an wenigen Tagen im Monat.
Ich freue mich auf meine Studienzeit in Kiel und genieße es wieder zu studieren. Wer weiß was kommt, aber wie gesagt, durch Umwege lernt man die Umgebung doch erst richtig kennen.
© all rights reserved Lisa Ohlsen
